Musik über die eigene Website verkaufen Musik über die eigene Website
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Die eigene Website erweist sich für Musiker als traumhafter Verkaufsplatz: keine Provisionen und die volle Kontrolle über Artikelbeschreibung, Preisgestaltung und Layout. Hier erfährst Du, wie Du Deine Website für den Verkauf von CDs, mp3s und Merchandise optimieren kannst

Website ist Pflicht

Die eigene Website ist die Anlaufstelle schlechthin im weltweiten Netz. Sie verleiht Dir nicht nur den entscheidenden Hauch an Professionalität und Glaubwürdigkeit, vielmehr gibt sie Dir nahezu uneingeschränkte Möglichkeiten, Fans, Veranstalter und Medien gleichermaßen individuell anzusprechen und zu bedienen. Sämtliche Social Media Profile sind lediglich ausgestreckte Arme oder „Außenstellen“, die neue Kunden gewinnen sollen. Stelle Dir eine Litfasssäule vor oder den Verkaufsstand eines Bäckers mitten am Marktplatz. All diese „Maßnahmen“ dienen nur dazu, Kunden in Dein „Geschäft“ zu locken.

Das Layout

Der Bäcker ist ein schönes Beispiel. Betrittst Du also seine Bäckerei, nimmst Du sofort unmissverständlich das Angebot wahr, denn die lange Verkaufstheke ist nicht zu übersehen. Und auf dem Weg zur Theke gibt es keinerlei Ablenkung: kein „Besuchen Sie jetzt unseren Stand am Bahnhof“ („liked uns bei Facebook“) oder „Kommen Sie in unser Bäckereimuseum“ („Betrachtet unsere Fotogalerie“).

Das Verkaufen hat für den Bäckermeister nun mal Priorität. Deine ‚Theke’ sollte also ähnlich prominent auf Deiner Startseite zu sehen sein. An erster Stelle also der Verweis mit Link auf das neue/aktuelle Album, das gesamte Musikrepertoire oder die neuen Merch-Artikel. Lass Deine Besucher nicht erst nach dem Shop-Link in der Menüleiste suchen. Weise ihnen den Weg.

Hörproben

Da bekanntlich niemand mehr die Katze im Sack kaufen will, erweisen Hörproben einen großen Dienst. Ob Du zu jedem Song einen separaten Ausschnitt anbietest oder einen längeren Zusammenschnitt mit allen Songs, bleibt Dir überlassen. Einige Digitalvertriebe oder Portale bieten dazu extra Widgets an, die Du in Deine Website einbauen kannst. Etwas individueller geht es zum Beispiel auch mit eigenen, oft flash-basierten Audioplayern, vor allem dann, wenn Du physische Tonträger anbietest. Als Alternative bietet sich noch ein eingebettetes Youtube Video mit einem Zusammenschnitt aller Songs an.

Wichtig ist dabei, dass sich der interessierte Hörer die Hörproben nicht erst (einzeln) herunterladen muss, um sie anhören zu können. Streams sind heutzutage also unumgänglich, da sie der Bequemlichkeit der Besucher entgegenkommen (klicken und direkt anhören).

Der Kauf

Zurück in die Bäckerei. Dort gibt es eine mit Wechselgeld gefüllte Kasse, möglicherweise auch ein Kartenlesegerät und Personal, das den Tausch von Geld gegen Ware vollzieht.

Nun stelle Dir vor, es hinge stattdessen ein Zettel an der Theke mit der Aufschrift „Wenn Sie Brötchen kaufen wollen, schicken Sie uns bitte einen Brief, wir melden uns dann mit Instruktionen zur Bezahlung“. Genau so machen es leider immer noch viel zu viele Musiker. Die Zeiten haben sich aber längst geändert, da viele Menschen inzwischen den schnellen unkomplizierten Onlinekauf bei den großen Händlern gewohnt sind. Dem solltest Du unbedingt entgegen kommen.

Die Realisierung

Der eigene Onlineshop muss kein Hexenwerk sein. Ist das Angebot noch überschaubar (bis zu drei oder vier Artikel), reicht es aus, für jeden Artikel einen eigenen PayPal-Kaufbutton zu erstellen. Darüber hinaus lassen sich alle Artikel untereinander zu Paketen kombinieren, bei denen der Käufer gegenüber dem Einzelkauf ein bisschen Geld sparen kann. Sehr viele Menschen nutzen PayPal, um online Zahlungen zu tätigen, darüber hinaus ermöglicht PayPal ebenso die Zahlung per Kreditkarte.

PayPal Buttons lassen sich relativ leicht realisieren, individuell anpassen und ohne allzu große Programmierkenntnisse in die eigene Website einfügen. Achte darauf, neben jedem Produkt unübersehbar einen solchen „Jetzt Kaufen“ Button einzufügen.

Werden es mehrere Produkte, wirst Du um eine einfache, aber professionell wirkende Warenkorblösung kaum herumkommen. Wenn Deine Website mit WordPress läuft, findest Du hierfür zahlreiche Plugins.

Digitale Produkte

Beim Verkauf von digitaler Musik bieten sich die bereits angesprochenen Widgets an, über welche Deine Fans die Musik nicht nur vorhören, sondern auch direkt beim Anbieter ihres Vertrauens kaufen können.

Solche Widgets kannst Du auch selbst zusammenstellen, indem Du die Logos der wichtigsten digitalen Outlets auf Deiner Website einfügst und diese Grafiken direkt mit Deiner Musik auf den jeweiligen Portalen verlinkst.

Auswahlmöglichkeit

Jeder Fan hat seine eigenen Vorlieben beim Hören und Kaufen von Musik. Biete Deinen Fans daher ein paar verschiedene Formate und Shops zur Auswahl an, in denen Deine Musik erhältlich ist, sowohl physisch als auch digital. Gerade Käufer aus Übersee freuen sich, wenn sie in einem Shop in ihrem Land einkaufen und damit längere Versandzeiten vermeiden können.

Sicherheit und Vertrauen

Der Kauf bei renommierten Händlern gestaltet sich bei den meisten Käufern wesentlich entspannter als eine Abwicklung mit einer bisher völlig unbekannten Band. Hier kann die Abwicklung über PayPal durch das integrierte Käuferschutzprogramm dem Käufer Sicherheit geben, solltest Du es doch einmal versäumen, zu liefern.

Ich kann empfehlen, das ohnehin verpflichtende Impressum noch einmal ganz offen und unübersehbar auf der Shopseite aufzuführen, damit Deine Käufer sehen können, mit wem sie es zu tun haben.

Eine weitere Sorge von Käufern ist es, ob Dein Angebot überhaupt noch aktuell ist oder ob sich die Band inzwischen nicht sogar schon aufgelöst hat. Um dem entgegenzuwirken, kannst Du auf der Shopseite einfach von Hand ein Aktualisierungsdatum einfügen, das Du regelmäßig in Abständen von z.B. 14 Tagen erneuerst.

Schnelle Erledigung

Wenn Du Deine Musik direkt über Deine Website verkaufst, ist es extrem wichtig, die eingegangenen Bestellungen umgehend zu bearbeiten und außerdem einen blitzschnellen Support anzubieten, sollte jemand Probleme mit der Bezahlung oder dem Produkt haben.

Und sollte einmal ein Käufer aus Übersee versehentlich zu inländischen Versandkosten bestellt haben, fahre nicht gleich die deutsche Beamtenmentalität auf, sondern verschicke das Ding. Und falls eine Sendung nicht ankommt, diskutiere nicht herum, sondern verschicke sie noch einmal.

Also, mach es Deinen Fans überdeutlich klar, wie und wo sie Deine Musik kaufen können und gestalte ihnen den Kaufvorgang so einfach und so schnell wie möglich – wir wollen ja nicht, dass sich jemand kurzfristig umentscheidet. Damit sollte nun weiteren Einnahmen nichts mehr im Wege stehen. Viel Erfolg!

Julian Angel
(MusicBiz Madness)

Ein Gastbeitrag von Julian Angel. Julian ist Organisator der MusicBiz Madness Konferenz am 22.10.2017 in Frankfurt, die wir auch in diesem Jahr wieder unterstützen. Unter dem Link www.MusicBizMadness.de/mbm2017 kannst Du Dich über das Programm informieren und anmelden.

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