Social Media Fehler von Musikern Social Media Fehler von
Musikern

…und wie es besser geht

So gut wie jeder Musiker nutzt heute soziale Netzwerke zum Promoten der eigenen Musik. Doch nicht immer stimmt der Ansatz. Wo sich Fehler einschleichen können und wie Ihr sie vermeidet erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Spam Mails versenden
Massenhaft unpersönliche „Liked unsere Band“ oder „Neues Video:…“ Privatnachrichten werden mittlerweile sehr gerne ignoriert – es gibt einfach zu viele davon. Macht euch besser die Mühe, wirklich jeden Facebook Freund persönlich anzuschreiben. Natürlich darf hier ob des Aufwandes copy & paste angewandt werden, aber eine persönliche Anrede mit einer nett formulierten Nachricht wirkte z.B. bei der Band Sergeant Steel aus Österreich Wunder: Nach zwei Tagen intensiven Anschreibens hatte das neue Video tatsächlich auch ein paar Tausend Clicks erhalten.

Irrelevante Sachen posten
Natürlich dürfen auch Musiker und Bands ihre Meinung zu bestimmten Themen kundgeben, denkt aber immer daran, dass es um eure Musik geht. Statt Drama und alberne Bildchen zu verbreiten, solltet Ihr euch auf musikrelevante Inhalte beschränken wie etwa News, Songs, Demotracks, alternative Versionen, Bilder aus dem Proberaum, Backstage, Live… Eure Fans sollen sich darauf verlassen können, regelmäßig interessantes Material von euch zu bekommen.

Unregelmäßig posten
Abgesehen von den Facebook Algorithmen verschwindet ihr auch sehr schnell aus dem Blickfeld potentieller Fans, wenn ihr entweder zu wenig oder, wie oben beschrieben, viel zu viel postet. Zwei wirklich gute Posts pro Woche sind optimal. Noch besser, wenn die Posts stets am gleichen Tag und zur gleichen Tag erscheinen. So lässt sich z.B. eine Serie wie das „Wort zum Sonntag“ der Band Godslave aufbauen.

Betteln ohne zu geben
Viele Bands gehen sehr einseitig mit ihren Fans um: Gebt uns, macht für uns, stimmt für uns, clickt hier – doch was haben die Fans davon? Bietet euren Fans im Gegenzug etwas wie neue Songs, Remixes, Fotos, eine Verlosung oder einfach einen netten psychologischen Anreiz, indem Ihr eure Bitte attraktiver formuliert: „Holt euch die Sommerhitze nach Hause mit unserem neuen Sommersong. Hier geht’s zum Video“.

Die Fans nötigen
Wenn Ihr eure Fans zu oft und mit zu schmierigen Methoden auffordert, etwas zu kaufen, hinterlässt das den Eindruck, als hättet ihr es bitter nötig und eure Fans sind schneller weg, als ihr denkt. Die Devise heißt hier „pull, don’t push“. Lockt also eure Fans mit Qualität und guten Inhalten, aber bedrängt sie nicht.

Keine weiterführenden Links
Der Hinweis auf euer neues Album bringt nichts, wenn eure Fans nicht erfahren, wo es erhältlich ist. Selbst der Hinweis „jetzt bei iTunes“ reicht nicht, wenn die Fans eure Musik erst auf besagter Plattform suchen müssen. Deshalb listet unter euren Posts immer die drei oder vier wichtigsten Outlets mit direktem Link zu Eurem Album auf, damit eure Fans nur noch auf den Shop ihres Vertrauens klicken müssen.

Keine Interaktion
Ihr postet und tatsächlich kommentieren eure Fans – und ihr tut nichts oder antwortet lediglich mit einem kurzen „Danke“ oder „Cool!“. Etwas mehr sollte es dann doch sein. Greift die Story des Fans in eurem Kommentar auf: „Vielen Dank, Maggie. Der Song ‚I Love You’ gefällt uns auch sehr gut. Es war der erste Song, den wir für das neue Album geschrieben haben. Er handelt von…“

Keine Willkommensnachricht
Ihr bestätigt eine Freundschaftsanfrage und belasst es dabei. Stattdessen solltet Ihr jeden neuen Fan mit einem kurzen, aber aussagekräftigen Post auf dessen Pinnwand begrüßen. Fügt einen oder zwei Links hinzu (z.B. Video, Shop) und nehmt euch gerne die Zeit, noch etwas wirklich persönliches hinzu zu fügen, das Ihr vom Profil des neuen Freundes aufgreift („Coole Jacke…“, „Nachträglich alles Gute..:“).

Nichts außer Social Media
Und zum krönenden Abschluss noch der Klassiker: Euer Facebook Profil ist eure einzige Präsenz im Netz. Klar, es kostet ja nichts. Dennoch: Ihr braucht eine eigene Website wie einen eigenen Laden. Dort könnt Ihr eure News, Bilder und natürlich eure Produkte platzieren wie und wo Ihr wollt, könnt direkte Verkäufe abwickeln (Warenkorb) und ermöglicht auch facebookfremden Menschen die Kontaktaufnahme. Impressum nicht vergessen, das ist Pflicht, sobald Ihr wirtschaftliche Absichten verfolgt (Gigs akquirieren, CD Verkauf).

 

Viel Erfolg –

Julian Angel
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Dein Kommentar

  • Jochen Erbacher (K&M)

    Sehr gute Sammlung. Einen Fehler kann ich ergänzen:

    Die falschen Adressaten oder Brot beim Bäcker verkaufen

    Viele Musiker posten ihre Musikvideos, Bandseiten usw. in (Facebook-)Gruppen
    in denen fast nur Musiker unterwegs sind. Da habe ich vor ein paar Tagen einen guten
    Vergleich gehört: Das ist dann genauso wie wenn ich Brot backe und damit in der
    Stadt von einem Bäcker zum nächsten laufe und frage ob er nicht mein Brot
    kaufen will.

    • Julian Angel

      Gute Ergänzung, Jochen.
      Es gibt ganze Portale, in denen sich fast auschließlich Musiker tummeln, z.B. Reverbnation.

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